Stimmen zum Abstiegs-Krimi 2015

Tick Tack, Tick Tack, Tick Tack – die BUNDESLIGA Uhr des Dinos läuft auch heute morgen unaufhörlich weiter. Der Dino, er atmet noch… Die Betonung liegt auf „noch“, denn die Hanseaten kratzten im allerletzten Moment nochmal die Kurve und sicherten sich mit einem 2:0 Heimsieg gegen desolate Schalker die Berechtigung noch über die Relegation, wie schon im Vorjahr, in zwei Spielen dem ersten BUNDESLIGA-Abstieg von der Schippe zu springen. Mögliche Gegner: Darmstadt 98, 1. FC Kaiserslautern oder der Karlsruher SC.

„Alles wie immer“

„Der spannendste Abstiegskampf“ aller Zeiten oder „Wahnsinns-Abstiegsfinish“ – die Medien übertrafen sich im Vorfeld des BUNDESLIGA-Endspurts in Superlativen. Und so kam es zunächst auch: Die frühen Heim-Tore des SC Paderborn 07 und von Hannover 96 führten in der beliebten „Blitz-Tabelle“ zum Super-GAU. Der VfB Stuttgart und der HSV waren zwischenzeitlich direkt abgestiegen; übrigens zwei Mannschaften, die mit einem Zuschauerschnitt von über 50.000 Besuchern pro Spiel unter den Top 5 der BUNDESLIGA-Zuschauertabelle zu finden sind.

Und die Schlusslicher dieser Tabelle der SC Freibug und der SC Paderborn hatten zwischenzeitlich die Berechtigung noch eine weitere Saison im BUNDESLIGA-Oberhaus zu verbleiben. Doch es kam wie fast jedes Mal.

Geld schlägt Romantik

Der HSV verschliss in dieser Saison mit Slomka, Zinnbauer und Knäbel drei Trainer ehe mit Bruno Labbadia der Klassenerhalt nun noch über die Relegation möglich ist.

Der VfB Stuttgart ersetzte Armin Veh durch den noch nie abgestiegenen Huub Stevens und Sportdirektor Fredi Bobic durch den farblosen Robin Dutt und hat damit ebenfalls Erfolg! Auch in Hannover musste der Kopf von Tayfun Korkut dran glauben, sodass Michael Frontzeck das Zepter für die letzten 5 Wochen übernahm. Auch hier brachte die Trainer-Rotation den gewünschten Erfolg: H96 hielt auf den letzten Metern die Klasse.

Paderborn und Freiburg hielten an Ihren Trainern Andre Breitenreiter und Christian Streich fest, ohne Wenn und Aber, war die Lage auch noch so prekär – und blieben erfolglos! Mit jeweiligen 1:2 Niederlagen am letzten Spieltag müssen beide Vereine den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit angehen.

Für die Breisgau-Brasilianer erscheint der Abstieg umso bitterer, da Sie mit Ihren finanziell limitierten Möglichkeiten für die BUNDESLIGA attraktiven und fußballerisch ansehnlichen Fußball spielten und häufig erst in den Schlussminuten sicher geglaubte Punkte aus der Hand gaben.

Während dem SC Freiburg Sympathiebekundungen aus ganz Deutschland erreichten, Christoph Kramer aus Mönchengladbach meinte im ZDF-Interview gar: „Eigentlich denkt man ja, dass sich Glück und Pech über eine Saison ausgleichen, nur bei Freiburg hat man dieses Gefühl nicht“, wünschten die meisten Fußball-Anhänger den „hochnäsigen“ Hamburgern den ersten BUNDESLIGA-Abstieg in der Vereinsgeschichte.

Doch die aus der Wirtschaft bekannte „hire-and-fire“ Mentalität des HSV brachte irgendwie (wie auch immer) vorerst den gewünschten Erfolg. Die starke Wirtschaftsmacht Hamburg hat einen Punkt mehr in der Abschlusstabelle als die sympathischen Freiburger aus dem Breisgau. Und so tickt sie weiter, die BUNDESLIGA-Uhr des HSV: Zumindest bis zum Relegationsrückspiel am 01. Juni 2015 – tick tack, tick tack, tick tack!

Stimmen zum emotionalen Abstiegsfinale:

• Roberto di Matteo (Trainer FC Schalke 04):
„Leider haben wir zwei Gegentore nach Standards kassiert, da hätten wir aufmerksamer sein müssen. Aber wenn der Wurm erst einmal drin ist, dann ist er drin. Ich bin natürlich unzufrieden mit dem Resultat, so gesehen beenden wir die Saison mit einem Tiefpunkt.“


• Bruno Labbadia (Trainer Hamburger SV):
„Die Anspannung war enorm, aber jetzt bin ich schon wieder etwas ruhiger. Ich bin mit der Art und Weise, wie meine Mannschaft sich diesen Sieg erkämpft hat, sehr zufrieden. In der Relegation habe ich keinen Lieblingsgegner, ich nehme es wie es kommt.“


• Michael Frontzeck (Trainer Hannover 96):
„Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft und auf alle, die mitgearbeitet haben. Ich hatte das Gefühl, dass in der ganzen Stadt etwas entstanden ist. Es war eine ungeheure Anspannung. Jetzt lassen wir alles sacken. Wir (Frontzeck und Präsident Martin Kind, Anm. d. Red.) werden uns sicher auf eine Tasse Kaffee treffen und über die vergangenen fünf Wochen


• Christian Streich (Trainer SC Freiburg):
„Es ist ein Spiegelbild, dass wir zu wenige Torchancen herausgespielt haben. Es ist eine total groteske Saison, was ich so noch nicht erlebt habe. Es ist ein kleiner, aber ein großer kleiner Verein. Wir werden wiederkommen. Fassungslosigkeit und Trauer kommen noch.“


• André Breitenreiter (Trainer SC Paderborn):
„Nach der frühen Führung sind wir nervös geworden. Stuttgart hat eine brutale Qualität in der Offensive. Geld schießt eben doch Tore. Was meine Spieler geleistet haben, ist trotzdem außergewöhnlich. Es ist schade, dass wir uns nicht zumindest mit einem Sieg von unseren fantastischen Fans verabschieden konnten.“


• Huub Stevens (Trainer VfB Stuttgart):
„Wenn man so schnell zurückliegt, wird man schnell nervös. Wir sind ruhig geblieben und haben auf unsere Stärken vertraut. Wir haben uns belohnt, verdient gewonnen und zu Recht die Klasse gehalten.“

Stimmen der Trainer – Quelle: kicker.de