Der englische TV Deal und seine Folgen | Fußball-Zitate

Der englische TV Deal und seine Folgen

Der Countdown läuft: Am 31. August um 23:59h endet die diesjährige Transferperiode. Und die Bundesliga droht weitere Stars zu verlieren. Der englische 6,9 Milliarden Deal ab der Saison 2016/2017 macht es möglich.

Er macht die britischen Vereine noch reicher, die Spielergehälter noch üppiger und die Hoffnungen der englischen Fans auf eine gewonnene Welt- oder Europameisterschaft noch spärlicher.

Firminho für 41 Millionen von Hoffenheim zu Liverpool (!), Son für 30 Millionen von Leverkusen nach Tottenham (?), Schweinsteiger für 20 Mio. von Bayern zu United (!). Die Clubs aus Manchester buhlen darüberhinaus um die Bundesliga-Stars Thomas Müller und Kevin De Bruyne.

Während der Verkauf von Müller nach dem Abgang von Bastian Schweinsteiger selbst bei einem Mega Angebot von 100 Millionen Euro unrealistisch erscheint, geht der Poker um die Ablöse von De Bruyne womöglich bis zur letzten Sekunde des Transferfensters – Ausgang völlig offen!

Nicht verwunderlich wenn man auf einen Transfer von Müller & De Bruyne nicht auch bei englischen Wettanbietern setzen kann. England gilt als El Dorado für das umfangreichste, spektakulärste und verrückteste Wett-Angebot. Auf Fussballwetten.info habt ihr die Möglichkeit deutsche Wettanbieter und dessen exklusives Wetten-Repertoire miteinander zu vergleichen.

Fakten zum TV Milliarden – Deal

Um sich der Dimensionen dieses TV Vertrags bewusst zu werden, hier unfassbare Fakten (Quelle: ran.de):

1.) Für drei Spielzeiten kassieren die Premier League Vereine 6,9 Milliarden Euro ab der Saison 2016/2017!
Zum Vergleich: Die Bundesliga kassierte in der letzten Saison „nur“ 500 Mio. Euro.


2.) Die Übertragung eines Premier-League Spiels kostet damit zukünftig 13,5 Millionen Euro – eine Übertragungssekunde ist damit satte 2.500,00€ wert.


3.) Durch den neuen TV Deal kassiert der zukünftige Premier League Champion voraussichtlich 210 Millionen Euro an TV Prämie.
Für die deutsche Meisterschaft verdiente der FC Bayern in diesem Jahr magere 38 Millionen Euro.


4.) Der Tabellenletzte in England kassiert zukünftig 133 Millionen Euro TV Prämie (!)


5.) Cardiff City erhielt in der vergangenen Saison bereits als erster Absteiger 83 Millionen Euro und damit doppelt so viel wie der FC Bayern und Borussia Dortmund zusammen.


6.) Mit den TV Milliarden gehören ab sofort alle Premier League Vereine zu den Top 30 reichsten Vereine der Welt.


7.) Traditionsclub und niederländischer Rekordmeister AFC Ajax Amsterdam fällt hinsichtlich Finanzkraft hinter den FC Burnley zurück.

Der TV Deal und seine Folgen

Die Folgen können dramatisch ausfallen. Der einfache Fußball-Fan läuft Gefahr die Beziehung und Bindung zu seiner Lieblingssportart zu verlieren. Die gehandelten Summen sind für viele Fans utopisch, surreal und einfach nicht mehr vermittelbar. Der Kommerz frisst die Tradition und die Kultur vieler Vereine auf. Der Fußball verkommt zu einer Marketingplattform für die Kommunikation von Marken- und Werbebotschaften.

Bereits die von der UEFA in Person von Michel Platini angeordnete Aufstockung der Teilnehmerländer einer Europameisterschaft von 16 auf 24 Mannschaften oder der umstrittene Vorschlag einer paneuropäischen EM 2020 (EM 2020: Die Europameisterschaft mit den Vereinigten Staaten von Europa als Austragungsland) dient in erster Linie der Erhöhung der TV Präsenz, der Generierung von Mehr-Umsatz und prosperierenden Vermarktungsmöglichkeiten.

Die größte Gefahr: Überall wo viel Geld im Spiel ist, sind leider Korruption, Manipulation und Betrug nicht weit. Nur kurz erwähnt sei in diesem Zusammenhang die bizarren Sichtweisen des FIFA-Chefs Sepp Blatter (Sprüche von Sepp Blatter) um die Vergabe der FIFA Weltmeisterschaften nach Russland und Katar, die „Hoyzer Affäre“ um das verschobene DFB Pokal-Spiel SC Paderborn gegen den Hamburger SV sowie weitere diverse Wettskandale aufgrund geschmierter Spieler.

Verliert die Bundesliga seine größten Stars?

Ein klares Ja! Geld regiert die Welt und wenn ein Fußballer in England doppelt, dreifach oder x-fach so viel Kohle verdienen kann wie aktuell in Deutschland dann kann man fast keinem Fußballer böse sein, wenn er für sich die Entscheidung trifft dieses lukrative Angebot anzunehmen. Zumal wir hier vom Mutterland des Fußballs sprechen und nicht von Katar, Saudi Arabien, Amerika – Fußballstationen für Spieler im Herbst Ihrer Karriere.

Kluft wird immer größer

Die Unberechenbarkeit des Fußballspiels wird leiden, Traditionsclubs ohne Sponsoren oder Mäzene im Hintergrund werden es immer schwieriger haben mit den Gegebenheiten und der aufkommenden Konkurrenz der Kommerz-Klubs zu konkurrieren und damit ihre Position im Profi-Fussball zu festigen. Die einzige Chance ist die eigene Talentförderung, mit der durch den Verkauf nachhaltige hohe Transfererlöse erzielt werden können.

Spielplanänderungen notwendig?

Die DFL kündigte bereits einen offenen Dialog über die Spielplangestaltung der BUNDESLIGA nach dem aktuellen Ende des laufenden TV Vertrages an. Um international konkurrenzfähig zu bleiben, müssen die übertragenden Sender noch mehr Fußball-Sendezeit erhalten. Folge ist die Zerstückelung des Spieltags, weniger parallele Begegnungen um 15:30h, ja vielleicht sogar die Neueinführung des Montag als zusätzlicher Spieltag.

Stimmen zum TV Milliarden – Deal aus England

• Schalke Sportvorstand Horst Heldt:
„Es ist bemerkenswert, dass der Letzte in England mehr bekommt als der Erste in Deutschland. Man muss darüber nachdenken, wie man die große Lücke schließen kann. Da muss man über viele Sachen nachdenken und bereit sein, etwas zu ändern“


• Hoffenheim Coach Markus Gisdol:
„Das ist natürlich extrem. Da müssen wir schon aufpassen, dass da nichts verrutscht.“


Joan Collet,  Präsident von Espanyol Barcelona:
„Jeder Verein aus der Premier League kann unsere besten Spieler kaufen, indem er einfach das Gehalt verdoppelt“

Twitter Tweet zum TV Deal

Tweet von Gary Lineker (Quelle: welt.de)

• Noch Sportvorstand Dirk Dufner:
„Dieser Deal macht die DFL schon etwas nervös und bringt sie in Zugzwang. Aber noch ist Fußball bei uns Gemeingut. Ich sehe nicht, dass man diese heilige Kuh schlachtet.“


Max Eberl, Borussia Mönchengladbach:
„Natürlich müssen wir uns Gedanken machen, wie wir uns Märkten öffnen können, die andere Anstoßzeiten benötigen als 15.30 Uhr. Das hören viele nicht gerne, aber ich finde, dass wir mit der Zeit gehen müssen.“


• Wolfsburg-Manager Klaus Allofs:
„Wenn sich bei uns nichts tut, und in England tut sich etwas. Dann bedeutet das, dass die Konkurrenzfähigkeit darunter leidet.“

Quelle: welt.de | rp-online.de




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